Wunderbarer Artikel geschrieben von Lumina auf Steven Black´s Blog.

Wir alle sind voller Erwartungen an das Leben. Wir erwarten vollkommene Gesundheit, liebevolle Beziehungen, den Weltfrieden, auch eine grundlegende Wandlung des Zusammenlebens durch den herbeigesehnten  “Aufstieg” und die Schwingungserhöhung.

Auch Erwartungen an Beiträge eines Blogs , bzw. das Fließen der Kommentare gehören dazu. 😀

” Wie es sein sollte”- ist das Motto des modernen Menschen.

Wenn wir etwas erwarten, klammern wir uns an diese Erwartung und können oft nicht loslassen. Wenn dann nichts, oder etwas Gegenteiliges  geschieht, treten Zweifel und Ungeduld auf. Positives Denken genügt hier einfach nicht, es kratzt nur an der Oberfläche. Darunter lauern unbewusste Ängste, die Angst zu versagen, die Zweifel und rauben uns die ganze Kraft und Konzentration.

Wenn wir etwas erwarten, denken wir viel an den Erfolg  und da wir in einem polaren Universum leben, werden wir auch an Versagen und Misserfolg  denken, beides gehört zusammen.

ErwartungenBefürchtungen sind Erwartungen von negativen Resultaten, sie sind nichts anderes als die Summe unserer bisherigen Gedanken. Wenn wir vor etwas innerlich Angst haben, versetzen wir uns in die Zukunft , wir arbeiten im Hier und Jetzt, schauen aber woanders hin.

Es hört sich gut an, zu sagen, dass wir immer “nur das Beste” erwarten, stets positiv denken, aber es ist auch wichtig, nicht mit Ablehnung zu reagieren, wenn wir nicht das bekommen, was wir wollen. Es sind unsere Erwartungen, die uns Schmerzen verursachen, nicht die Umstände oder das Leben selbst.

Die Selbstherrlichkeit des Egos fordert, wie die Dinge zu sein haben und nicht anders. Wir haben eine Idee oder Hoffnung, verstärken diese mit dem Verstand, verbinden sie mit einem Gefühl und sind dann enttäuscht oder sogar am Boden zerstört, wenn sich unsere Hoffnungen nicht erfüllen.  Aus vergangenen Erfahrungen hoffen wir künftige Ereignisse ableiten zu können.

Alle Lebensumstände sind erst einmal wertfrei und neutral. Wir sollten lernen, das Leben auch dann lieben zu können, wenn es nicht den erwarteten Weg geht. Das kann gelingen, wenn wir erst einmal unsere Emotionen aus der Situation herausnehmen und uns bewusst werden, dass das Leben nicht immer angenehm, sicher und garantiert ist. 

Dann können wir damit beginnen, nach einer Lösung, die uns aus der vielleicht unerwünschten Situation herausführt, zu suchen und vermeiden, in Selbstmitleid zu versinken.

Wenn wir unseren Anspruch aufgeben, immer alles anders haben zu wollen, als es ist, beginnen wir in der Gegenwart zu leben und haben damit wirkliche Freiheit erlangt. Denn handeln können wir immer nur in der Gegenwart.

Wenn  sich unsere Erwartungen nicht erfüllen, tritt  Ungeduld auf. Oft wollen wir das Gewünschte herbeizwingen,  sind dann zum Kämpfer geworden und verlieren notgedrungen Energie. Außerdem verhindern wir das Glücksempfinden, welches nur immer im Hier und Jetzt auftreten kann.  Das Universum hat keine Eile, es hat alle Zeit er Welt. Wenn wir etwas erwarten, lassen wir nicht los und das gewünschte Ereignis verzögert sich oder tritt gar nicht erst ein.

Es gibt auch Erwartungen anderer an uns selbst, die sollten wir strikt ablehnen und uns von niemandem kontrollieren und manipulieren lassen. Authentisch zu sein bedeutet, sich selbst treu zu bleiben.

Letztendlich geht es also um unser Einverstandensein mit dem Jetzt-Zustand.

Das bedeutet aber nicht, bestimmte vergangene, gegenwärtige  oder zukünftige Situationen zu akzeptieren, mit denen wir nicht einverstanden sind, sondern es geht um unsere REAKTION auf diese Situation.

Wie weit sind wir imstande, unsere Emotionen aus der Situation herauszunehmen, Angst, Trauer und Wut beiseite  zu lassen und bei allem Geschehen ganz bei uns zu bleiben, in unserer eigenen Mitte?

Falls wir in einer unerwünschten Situation von Emotionen und verdrängten Erfahrungen überflutet werden, ist es eine Möglichkeit, in diesen Schattenbereich mitten hineinzugehen , ohne zu analysieren oder zu bewerten. Negative Erwartungen müssen ans Licht kommen und entlarvt werden.

Das könnten wir in einer Meditation üben: Einfach sitzen, atmen und alles kommen lassen, was kommen will. Falls etwas aus dem Schattenbereich aufsteigen will, spüren wir das an einer inneren Spannung. 

Dann können wir diese verdrängten Anteile auffordern, sich zu zeigen , weichen nicht zurück, aber bleiben ganz bei uns, in unserer Mitte. Das kann manchmal ganz dramatisch sein, aber letztendlich verliert dieser Schatten, der uns ja aus dem Unbewussten ständig beeinflusst, seinen Schrecken und wir werden frei davon.

Wir haben oft eine Vorstellung davon, auf welche Weise das Universum zu funktionieren hat, um uns wohl und geborgen zu fühlen. Beim Thema Wunscherfüllung besteht besonders leicht die Gefahr, in eine Erwartungshaltung hineinzurutschen.

Gerade dabei ist es wichtig, zu erkennen, was wir im Grunde unseres Herzens wirklich benötigen , welcher eigentliche Wunsch hinter dem Wunsch steht, und in einer Einverstandenseins-Meditation ist es möglich, hinter die Oberfläche zu blicken.

Hinter all unseren Erwartungen stehen Gefühle der Sehnsucht, Bedürfnisse, Ängste . Sie verhindern, das wir die Gegenwart annehmen können und verhindern  innere Offenheit, die wir dem Leben entgegenbringen sollten, damit es sich zu unserem höchsten Wohl entfalten kann.

Nicht WAS wir erleben ist wichtig, sondern WIE wir es erleben,  und das liegt ganz in unserer Hand.